Drehgestell
Das Drehgestell ist das schwenkbare Fahrwerk unter einem Schienenfahrzeug. Bei Straßenbahnen gibt es Bauarten, die du als Triebwagen-Bauer kennen solltest – allen voran das Jakobs-Drehgestell.
Jakobs-Drehgestell bei Gelenkwagen
Beim Jakobs-Drehgestell stützen sich zwei aufeinanderfolgende Wagenkästen auf ein gemeinsames Drehgestell. Genau das macht es ideal für Gelenktriebwagen: Die klassischen Düwag-Gelenkwagen (GT6/GT8) sind so aufgebaut, ebenso viele moderne Mehrgelenkwagen. Im Modell sitzt dieses geteilte Drehgestell unter dem Gelenk – dort knickt ein H0-Wagen in der Kurve realistisch ein.
Trieb-, Lauf- und Maximum-Drehgestell
Ein Triebdrehgestell trägt mindestens eine angetriebene Achse, ein Laufdrehgestell läuft antriebslos mit. Bei manchen Straßenbahn-Triebwagen kam aus antriebstechnischen Gründen das Maximum-Drehgestell zum Einsatz, eine tram-typische Sonderbauform. Im Triebwagen sitzt das Triebdrehgestell mit dem Motor, während ein Beiwagen nur Laufdrehgestelle hat.
Warum Niederflur das Drehgestell veränderte
Lange ließ sich unter einem Niederflurwagen kein Jakobs-Drehgestell unterbringen, weil die niedrige Bodenhöhe den Bauraum nahm. Die Hersteller behalfen sich mit Einzelradfahrwerken oder aufgesattelten Endwagen. Erst Škoda schaffte 2009 mit dem Typ 15T ein Niederflurfahrzeug mit Jakobs-Drehgestell.
Drehgestell im H0-Modell
Im Modell bilden die H0-Wagen von Halling und Roco das Jakobs-Drehgestell der Düwag-Wagen nach. Beachte: Der Achsstand des Drehgestells und der Abstand der Drehgestelle begrenzen den kleinsten befahrbaren Radius – lange Gelenkwagen sind in engen Bögen empfindlicher als kurze Zweiachser.